Dienstag, 24. Januar 2017

Ich kann alles

Ganz schön überheblich, diese Überschrift. Doch so, wie mir grad der Kopf brummt, ist es wohl so. Ich sitze da und frage mich, was ich als nächstes tun könnte. Dabei fallen mir zig Dinge ein und ich bin nicht bereit, alles auf einmal zu tun. Könnte ich aber, denke ich dann. Da steht der Apple Crumble auf der Liste, da sollte ich mal etwas Ordnung in ein selbst produziertes Chaos bringen, dann vielleicht einen neuen Traumfänger oder etwas Schmuck gestalten, meine Stola weiter stricken, endlich eins der fünf Bücher zu ende lesen, an meiner neuen eigenen Buch-Idee feilen, ein paar aussortierte Teile bei Kleiderkreisel einstellen... kein Wunder, dass Rauch aufsteigt vom Mount Kali. Vulkane brodeln oft, doch sie beruhigen sich wieder. Kann ich das, mich beruhigen? Und wenn ja, womit, wenn all meine Entspannungsideen mich doch nicht recht entspannen wollen?


Ich könnte hundert Dinge tun, das macht mich ganz irre. Ich kann so viel und tue doch so wenig. Ich lese andere Blogs und frage mich, warum ich dies und das nicht auch haben kann. Rhetorisch, denn ich weiß ja, warum. Die Antworten auf Anfragen lauten oft Dein Blog ist sehr lesenswert, Deine Texte sind sehr gut geschrieben, Wir mögen deinen Schreibstil, Du schreibst echt und authentisch [...], doch letzten Endes bin ich immer zu klein. Als könne ich mir nicht längst die Schuhe selbst binden!
Ich kann kreativ sein, auch außerhalb meiner Tastatur. Das genieße ich sehr. Stricken, Häkeln, jede Art Bastelei gelingt mir oft ohne viele Anstrengung und sieht dabei noch gut aus. Ich probiere es nur mal aus und tadaaa... naja.
Ich backe. Und koche! Und ich kann das, es schmeckt fast immer bombig. Selbst Dinge, die ich noch nie gemacht habe, brennen oder backen nicht an.
Ich schreibe Gedichte und Texte, die tatsächlich Leser finden, die zu Tränen gerührt sind. Mein Ausdruck ist nicht gewöhnlich, ich beherrsche meine Sprache und nicht nur Grammatik und Orthografie. Ich erwecke Worte zum Leben hat mir mal einer gesagt.
Ich bin ordentlich und organisiert, ich plane gern. Ich kann malen, zeichnen, ich lese gern, ich verstehe schnell und langsam hört sich das hier wie ein Anschreiben zur Bewerbungsmappe an. Es ist niederschmetternd, wenn man so viele positive Dinge sein Eigen nennen und damit noch glücklich sein soll. Wenn ich so talentiert wäre ist einer der Sätze, die ich ständig höre. Ich bin aber depressiv! Ich reiche mir selbst. Ich halte mich kaum aus, weil alles so toll sein müsste und doch nicht ist.

Und statt eines richtig lesbaren Blogposts kommt unten nur Gejammer und Weltschmerz und Selbstmitleid aus der Mitte. Ich bitte um die ISBN des Handbuchs mit der Antwort auf die Frage Wie breche ich nicht zusammen?. Wie will ich alles gleichzeitig und doch nichts?
Ich glaube, ich suche immer noch meinen Weg. Den unter der Lawine hervor, die mich verschüttet hat. Der Vulkan brodelt nicht nur, er bricht aus und begräbt nämlich alle unter sich. Auch mich. ...

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