Freitag, 31. März 2017

Insta-Bashing als neues Hobby?

Aktuell ist Instagram echt nur noch zum Kotzen. Alle Profile sehen gleich aus. Aufgestylt und unecht. Alles nur noch gestellt. Um beliebt zu sein, muss man Photoshop nutzen. Followerzahlen zählen. Das nervt nur noch. Pastellfarbene Scheinwelten, keine Realität mehr. Social Media - von wegen. Das hat nichts mehr mit sozial zu tun. Jeder ist sich selbst der nächste.
Danach kommt keiner mehr.

Sagen die anderen. Kann man gerade auf jedem zweiten Blog lesen, ob groß oder klein. 
Recht haben´se. Laut sind´se. Und neu sind ihre Erkenntnisse nicht. Schade eigentlich. Doch se wollen Applaus für ihr neu erworbenes Wissen.

Meine Insta Bilder im Vorher...

Natürlich setze auch ich mich in dieses so wohl bereitete Nest. Es ist einfach zu leicht, hieraus einen brauchbaren Faden zu spinnen. Ich habe meine Lieblingsbilder der letzten Zeit mal zu einer Collage zusammen gesetzt. Klar von Instagram, also könnt ihr sie alle auf meinem Profil finden.
Ich mag die Bilder vor allem, weil es meine sind. Sie sprechen meine Sprache, bilden mein Leben ab, zumindest in kleinen mehr oder weniger quadratischen Teilen. Sie spiegeln wider, was ich gerne mag. Neue Uhr, Kreativsein, leckere Dinge, was Kuscheliges und was, was leuchtet. Spektakulär? Keine Ahnung. Womöglich nicht, wenn man die mal mehr mal weniger gut 250 Personen fragt, die mir folgen. Ein Leben wie jedes andere, wenn ich mir die Profile ansehe, denen ich folge. Nur eben farbenfroher, lebendiger, weniger zurecht gemacht und platziert. Und das reicht um mich von denen zu unterscheiden, die 1K und mehr bis hin zu 100K und Co. zu bieten haben. 08/15 kann jeder, ne?

... und hübsch getönt im Nachher. Na, was gefällt euch besser?
Was ist also los mit der so hoch gelobten App, die das Teilen von Bildern so leicht hat werden lassen? Viele von euch haben es bereits richtig erkannt!
Böse Filter und Schleier und Photoshop zaubern einen Eindruck von Leichtigkeit, Unbeschwertheit und unverschämtem Alltagsvergnügen in die langweiligen Quadrate, bis ein Look keine Realität mehr darstellt sondern nur noch neidisch machenden Glow - wie ein Highlighter beim MakeUp. Der macht auch die Dinge besonders glänzend, die es im Grunde nicht sind.
Schummeln ist erlaubt. Schummeln ist gewollt. Schummeln bringt Besucher, die Stammkunden werden. Kavaliersdelikt.
Es wird sich lautstark darüber aufgeregt - und gleichzeitig wird genau diesen offenkundig so verhassten Accounts trotzdem gefolgt! Täglich grüßt uns das dicke, fette Murmeltier, das sich nicht um seinen Schatten schert und wir wollen ihm weiterhin in seine pelzige, knopfäugige Visage starren, weil es aber doch sooo putzig und niedlich ist! Die Wasserprediger und Weinsäufer werden zahlreicher, wenn ich mich so umsehe. Woher kommen denn die soundsovielen K, wenn nicht von euch, liebe Instagrammer? Warum folgt ihr denen, wenn ihr sie nicht mehr sehen könnt? Warum meldet ihr euch nicht ab, wenn ihr es Leid seid?

Was bringt Instagram Jünger dazu, sich derart über ihren Meister zu echauffieren und sich dennoch nicht von ihm abzukehren? Hassliebe? Zweckbeziehung? Abhängigkeit?

aufgrund der umfangreichen Verfremdung wurde kein Urheberrecht verletzt


Klingt katastrophal? Ist es auch. Ganz bestimmt. Denk ich mir zumindest. Hier ist jedenfalls eine Collage beliebter Blogs. Man sieht, dass die Farbgebung System hat. Alles eintönig, alles gleich, alles fade und geschmacklos. Ich kann euch sagen, für diese Bilder geben große Firmen richtig Geld aus. Uns kleine, ehrliche, echte Fotografen kennt darunter niemand. Wir posten nicht jeden Tag fünf Bilder, wir kaufen keine Fake-Likes und Ghost-Kommentare, wir benutzen nicht die X-te App, die alles fluffiger und matter und perfekter scheinen lässt.



Diesen Post habe ich Anfang diesen Jahres verfasst. Ich habe es nicht gewagt, ihn zu veröffentlichen, da ich sicher war, es sei nicht angemessen, mich so zu äußern. 
Heute denke ich: Scheiß auf die anderen. Für Ehrlichkeit gab´s noch nie ´nen Blumentopf geschweige denn Applaus.
Ich hab mal wieder keinen Bock mehr auf den Blog. Wann höre ich bloß endlich auf hiermit?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank, dass ihr mich besucht habt.
Eure Kommentare werden nach Prüfung sichtbar.
Liebst
eure Kali P.